Function Based Indexes und CURSOR_SHARING

Randolf Geist erläutert in seinem Blog einige interessante Details zum Zusammenspiel der Cursor-Sharing-Optionen Force und Similar (deprecated) - bei denen die verwendeten Literale durch Bindewerte ersetzt werden - mit funktionsbasierten Indizes (= Function Based Indexes; aka FBI). Grundsätzlich gilt dabei, dass FBIs durch die genannten Cursor-Sharing-Varianten unwirksam werden. Aber zumindest für den Bereich der Releases 10.2.0.4 bis 11.2.0.3 gibt es bestimmte Sonderfälle mit ergänzender Built-in-Logik, die die FBI-Verwendung der (more...)

Postgres FDW-Zugriff auf Oracle

Ein kleines Syntaxbeispiel zur Definition eines Foreign Data Wrappers (FDW) in postgres. Ein paar grundsätzlichere Erläuterungen zum Thema hatte ich hier vor längerer Zeit notiert, dabei aber nur FDW-Definitionen mit Zugriff von einer postgres-Datenbank auf eine andere postgres-Datenbank untergebracht. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung der Schritte, die nötig waren, um einen postgres-FDW-Zugriff auf eine Oracle-Datenbank einzurichten:

1. Download der zugehörigen Komponenten, die hier zu finden sind. Der Download enthält die Kontrolldatei (oracle_fdw.control) und (more...)

Table Functions (Steven Feuerstein)

Wenn ich an PL/SQL denke, ist meine erste Assoziation dazu der Name Steven Feuerstein. Nun denke ich nicht furchtbar oft on PL/SQL, aber wenn der Herr Feuerstein über ein Thema schreibt, dem ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit begegne, dann ist das allemal eine Verlinkung und Zusammenfassung der zugehörigen Artikel wert:

Truncate Table Cascade

Eine nützliche Ergänzung in 12c, die mir bisher entgangen war, ist das TRUNCATE CASCADE, mit dessen Hilfe man eine Parent-Tabelle entleeren kann und zugleich alle Datensätze in via FK verbundenen Tabellen löscht. Das funktionierte bislang nur mit DELETE - und auf DELETE verzichte ich gerne, wo immer das möglich ist. Dazu ein kleines Beispiel:

drop table child;
drop table parent;

create table parent(
parent_id number primary key
);

insert into parent(parent_id)
select rownum
from dual
(more...)

Concurrent UNION ALL (Randolf Geist)

Wie bereits gelegentlich erwähnt hat sich im Release 12c im Bereich der Parallel Execution allerlei getan - und Randolf Geist hat sich umfassend zu den meisten neuen Features geäußert. Eine wichtige Neuerung ist das Concurrent UNION ALL, also die Möglichkeit, mehrere über UNION ALL verbundene Teil-Operationen parallel zu verarbeiten. Wie üblich sind die Ausführungen des Herrn Geist ausgesprochen detailliert - und wie üblich werde ich ihnen in meiner Zusammenfassung nicht gerecht. Daher seien die folgenden (more...)

Exadata und In-Memory

Obwohl ich bisher weder mit Exadata noch mit der IN-Memory-Option ernsthaft gearbeitet habe, halte ich beide Möglichkeiten für hochinteressant - und das gilt folglich auch für die von Maria Colgan gesammelten 10 Reasons to run Database In-Memory on Exadata. Die könnte ich jetzt nacherzählen, spare mir das aber, weil mir dazu insbesondere auf Exadata-Seite das Sachwissen zur Ergänzung erhellender Kommentare fehlt. Daher bleibt hier nur der Faden liegen, dem ich möglicherweise eines Tages nachgehen könnte.

Postgres-Performance seit 7.4

Da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich diese Beiträge irgendwann wieder suchen werden, hinterlege ich an dieser Stelle die Links auf Thomas Vondras interessante Artikel zur Entwicklung der Performance von postgres seit Version 7.4:
  • "some releases make a huge improvement"
  • "Older releases perform (more...)

Query Optimierung mit ORDER BY?

Franck Pachot liefert in seinem Blog ein interessantes Beispiel, in dem eine simple Query ohne jede Einschränkung, die eine kleine Tabelle via Full Table Scan einliest, eine deutliche Reduzierung der Consistent Gets und auch der Laufzeit erfährt, wenn man ein ORDER BY ergänzt:
  • select lpad(x,2000,x) from DEMO;
  • 683 consistent gets
  • 20163693 bytes sent via SQL*Net to client
  • 668 SQL*Net roundtrips to/from client
  • select lpad(x,2000,x) from DEMO order by x;
    • 35 consistent gets
    • 118324 bytes sent (more...)

    MV-Refresh mit out_of_place Parameter in 12c

    Und wieder verweise ich auf Jonathan Lewis, der diesmal eine interessante neue (12c) Refresh-Option für Materialized Views vorstellt, die durch den Parameter out_of_place aufgerufen wird. Die Idee dabei ist sehr einfach: im Rahmen des Refreshs wird eine zusätzliche Hilfstabelle erzeugt und gefüllt, die dann am Ende der Operation gegen das bisher zur MV gehörende Segment ausgetauscht wird (über eine interne Folge von Rename-Operationen). Das Verfahren entspricht grundsätzlich einem Workaround, den der Herr Lewis in (more...)

    Frequenz des ASH/AWR Samplings

    Noch einmal Jonathan Lewis, diesmal mit einer Erläuterung des ASH- und AWR-Samplings von Session-Informationen:
    • einmal in jeder Sekunde werden die Informationen zu aktiven Sessions (state = 'ACTIVE') aus v$session nach v$active_session_history kopiert.
    • diese Snapshots werden als Sample bezeichnet.
    • ein Zehntel dieser Datensätze wird in der entsprechenden AWR-Tabelle dba_hist_active_sess_history persistiert.
    • Es handelt sich aber nicht um jeden zehnten Datensatz, sondern um die Datensätze der zehnten Sekunde. Im Ergebnis sieht die enthält die AWR-Tabelle also einen (more...)

    ANSI Join Syntax und das 1000-Spalten-Limit

    Mein Titel klingt mal wieder wie der Name einer eher lieblos fortgeschriebenen Krimi-Serie, aber wahrscheinlich gelingt es mir eher, den Eintrag über eine solche Überschrift wiederzufinden, als anhand des Titels ANSI expansion, den Jonathan Lewis seinem Artikel gegeben hat, den ich hier abkürzend nacherzähle. Worum es geht ist Folgendes: im OTN-Forum wurde ein gut beschriebener Testfall vorgelegt, in dem ein ANSI-Join (mit recht breiten Views) in 12c (aber nicht in 11g) einen Fehler "ORA-01792: (more...)

    Function Based Index mit Trunc-Funktion für Date-Spalten

    Franck Pachot erwähnt eine interessante Verbesserung in der Behandlung von Indizes in jüngeren Oracle-Versionen: seit 11.2.0.2 können funktionsbasierte Indizes, die die Trunc-Funktion für ein Datum beinhalten, auch verwendet werden, um eine Query zu unterstützen, in der auf das Datum ohne die Funktion eingeschränkt wird (also z.B. über einen Datums-Range). Das ist in der Beschreibung einmal mehr unhandlich, sollte aber durch ein kleines Beispiel leicht zu verdeutlichen sein:

    drop table t;

    create (more...)

    Hybrid Hash Distribution für Parallele Operationen in 12c

    Randolf Geist hat in jüngerer Vergangenheit einige Artikel zu den in 12c eingeführten Features mit Bezug zur Parallel Execution geschrieben. Darunter findet man:

    Komprimierung in Oracle Versionen und Varianten

    Noch mal Franck Pachot - diesmal mit einer schönen Darstellung der Verfügbarkeit unterschiedlicher Komprimierungs-Features in den Oracle-Releases und Editionen:
    • NOCOMPRESS: die einzige Option in der Standard-Edition.
    • BASIC COMPRESSION for bulk load: gibt es in der Enterprise Edition seit 9i und erfordert nicht die Lizenzierung zusätzlicher Optionen. In 12c lautet die offizielle Syntax zur Verwendung: ROW STORE COMPRESS BASIC; das schlichte Schlüsselwort COMPRESS funktioniert aber auch noch.
    • ADVANCED COMPRESSION for OLTP: seit 11g verfügbar; seit 12c ist (more...)

    Optimierung mit mehreren Unbekannten

    Franck Pachot hat im dbi Blog eine kleine Serie von Artikeln begonnen, in denen er eines der klassischen Anti-Pattern der SQL Entwicklung untersucht - generische Queries mit mehreren AND-verknüpften Bedingungen der Form:
    column_value = NVL(:bindewert, column_value)
    Diese Konstrukte dienen dazu, dem Anwender die Möglichkeit zu geben, eine Ergebnismenge durch eine Eingabe einzuschränken, wobei der Verzicht auf eine Eingabe keine Einschränkung nach sich ziehen soll. Von der Anwendungslogik her ist das durchaus plausibel, aber der Optimizer (more...)

    Datensätze generieren

    Das Thema ist nicht neu, aber bei der Gestaltung komplexerer SQL-Logik immer wieder von Interesse: wie generiere ich effizient eine größere Menge von Datensätzen mit einer eindeutigen id? Dazu hat Natalka Roshak eine kleine Serie gestartet, die bislang zwei Artikel umfasst, und in der zunächst vier verschiedene Verfahren vorgestellt werden:

    -- rekursive Variante mit connect by level
    select level id
    from dual
    -- rekursive Variante mit subquery factoring
    connect by level <= 10;

    with
    (more...)

    NVL und Count Stopkey

    Ein kleiner - aber wichtiger - Hinweis vom Dom Brooks: für Queries mit einer rownum-Einschränkung ist normalerweise die COUNT STOPKEY Optimierung im Spiel, die die Ausführung der Operation abbricht, wenn die gewünschte Satzanzahl erreicht ist. Wenn man allerdings eine solche Einschränkung mit einer NVL-Funktion kombiniert, also etwa:
    where  rownum <= nvl(:rn,rownum)
    dann wird die Optimierung deaktiviert und die Ausführung bis zum bitteren Ende fortgesetzt.

    Limit für die Verwendung von “colored SQL” im AWR

    Das Automatic Workload Repository (AWR) gehört meiner Meinung nach zu den großartigsten Errungenschaften der jüngeren (oder auch nicht mehr ganz so jüngeren) Oracle-Geschichte, da es eine Historie von Abfragen und ihrer Performance bereitstellt. Allerdings ist diese Historie nicht vollständig, da sie auf Sampling basiert - es kann also vorkommen, dass interessante Queries nicht erfasst werden. Um dieses Problem zu lösen, wurde in 11g die Routine dbms_workload_repository.add_colored_sql eingeführt, die es ermöglicht Abfragen "einzufärben", was nichts anderes (more...)

    Row Pieces in Tabellen mit mehr als 255 Spalten

    Jonathan Lewis listet einige der Gründe, die gegen die Verwendung von Tabellen mit mehr als 255 Spalten sprechen - bekanntlich führt diese Spaltenanzahl zur Aufteilung einer row in mehrere row pieces, und damit zu inter- oder intra-row-chaining und sonstigem Ärger. Zu den unerfreulichen Effekten gehören:
    • in 10g führt die Statistikerfassung bereits bei weniger als 255 Spalten - nämlich bei etwa 165 Spalten - dazu, dass mehrere FTS erforderlich werden, um die Daten einzulesen.
    • das (more...)

    “In-Memory” Postgres?

    Vor einigen Tagen hat sich Josh Berkus mit der kontroversen Aussage "In-memory" is not a feature, it's a bug zu Wort gemeldet. Darin definiert er In-Memory Datenbanken als solche, denen die Möglichkeit fehlt, Daten auf die Festplatte zu schreiben, was folglich ihre Wiederherstellbarkeit einschränkt: "So an 'in-memory' database is a database with a major limitation." Das klingt erst mal polemisch und ist sicher auch so gemeint; möglicherweise trifft es auch nicht ganz die Grundidee (more...)