OLTP und basic compression ab 12.1 für Datensätze mit mehreren row pieces

Randolf Geist weist in seinem Blog auf eine interessante Änderung hin, die mit Oracle 12.1 eingeführt wurde - aber mir (wie vermutlich auch vielen anderen) entgangen war: inzwischen funktionieren die OLTP und die basic compression auch für Datensätze mit mehr als einem row piece - also mehr als 254 Spalten. Dazu wurde ein neuer interner Parameter "_widetab_comp_enabled" eingeführt, der per default auf true gesetzt wurde. Allerdings gab es in diesem Zusammenhang wohl diverse Probleme (more...)

Gestern ging’s noch

Brent Ozar hat in seinem Blog eine Liste mit 15 Gründen veröffentlicht, die dazu führen können, dass eine Query im SQL Server plötzlich langsamer wird, als sie das bisher gewesen war - und in den Kommentaren wurden noch ein paar weitere Begründungen aufgeführt. Vor ein paar Jahren hatte Jonathan Lewis eine ähnliche Liste mit 20 Punkten für Oracle erstellt, für die mir Hemant Chitale via Twitter den passenden Link geliefert hat. Zu den aufgeführten Gründen (more...)

Automatisches SQL Plan Management mit 19c

Nigel Bayliss erläutert im Oracle Optimizer Blog das in Oracle 19c eingeführte "automatic SQL plan management", das die bekannten SPM Mechanismen automatisiert: da es in 19c per default aktiv ist, werden demnach in diesem Release grundsätzlich Alternativpläne erstellt, bewertet und per Baseline festgeschrieben. Um das das Feature zu deaktivieren oder zumindest auf eine manuelle Freigabe der Vorschläge umzustellen, gibt es diverse Aufrufe im DBMS_SPM-Package, die im Artikel erläutert werden.

Recursive IM_DOMAIN$ Zugriffe

Jonathan Lewis liefert in seinem Scratchpad eine Lösung für ein Problem, das Franck Pachot vor einiger Zeit angesprochen hatte: in Oracle 18c kann es dazu kommen, dass die folgende Query extrem häufig ausgeführt wird und zu Performance-Problemen führt (oder dazu beiträgt):
select domain# from sys.im_domain$ where objn = :1 and col# = :2
Diese interne Query (sprich: recursive query) gehört - wie der Name schon andeutet - in den InMemory Kontext, erscheint beim Parsen (more...)

Deaktivierung des APPEND Hints

Jonathan Lewis erläutert in seinem Scratchpad, welche Optionen es gibt, um einen APPEND-Hint zu deaktivieren. Eine solche Deaktivierung kann z.B. wünschenswert sein, wenn die APPEND-Operationen zu einer massiven Verschwendung von Speicherplatz führen, da die durch sie gefüllten Blöcke immer oberhalb der highwater mark (HWM) ergänzt werden. Nicht in Frage kommt in diesem Fall die naheliegende Lösung eines SQL Patches mit einem Hint ignore_optim_embedded_hints, da APPEND kein Optimizer-Hint ist, sondern in die Kategorie "behaviour" gehört. (more...)

Optimierung skalarer Subqueries für Oracle und SQL Server

Nenad Noveljic hat zuletzt in zwei Artikel das Verhalten von skalaren Subqueries im SQL Server und in Oracle untersucht und dabei darauf hingewisen, dass dies einer der (nicht allzu häufigen) Fälle ist, in denen der Optimizer des SQL Servers eine bessere Lösung bietet als Oracles Optimizer. Grundsätzlich bereiten skalare Subqueries Schwierigkeiten, können aber in vielen Fällen in einen Join umgewandelt werden. Der SQL Server schafft das intern - also ohne eine explizite Umformulierung durch den (more...)

CTEs ohne Materialisierung in Postgres 12

Jonathan S. Katz weist in einem Artikel auf eine wichtige Verbesserung hin, die mit Postgres 12 verfügbar werden soll: CTEs werden dann nicht mehr automatisch materialisiert. In der commit message findet man dazu folgende Beschreibung:
By default, we will inline [CTEs] into the outer query (removing the optimization fence) if they are called just once. If they are called more than once, we will keep the old behavior by default, but the user can override (more...)

Erweiterte Analytische Funktionen in Postgres 11

Markus Winand zeigt, welche Verbesserungen Postgres 11 im Bereich der analytischen Funktionen bringt: insbesondere werden jetzt "Frame Units" in der OVER clause unterstützt - also Einschränkungen wie:
row between unbound preceeding and current row.
Wobei neben "row" auch "range" und "groups" als Einheit erscheinen können. Insbesondere "groups" ist dabei eine interessant Ergänzung, die nicht die Anzahl der Datensätze, sondern die der distinkten Werte berücksichtigt. Eine weitere wichtige Neuerung, die bisher nur Postgres anbietet, ist die (more...)

Formatierungsoption hint_report für dbms_xplan

Eine schöne Ergänzung für die dbms_xplan.display%-Funktionen in Oracle 19 hat Nigel Bayliss im Oracle Optimizer Blog angesprochen: die Formatierungsoption hint_report. Diese liefert, was bisher nur über Trace Events wie 10053 zu erkennen war: eine Information dazu, welche explizit gesetzten Hints bei der Generierung eines Ausführungsplans tatsächlich berücksichtigt wurden. Die Option liefert einen Abschnitt "Hint Report" unter dem Ausführungsplan (und unterhalb der "Predicate Information") und in diesem Report erscheinen vor den Hints auf einzelne Buchstaben (more...)

Dokumentation für Statspack

Oracle ist ziemlich gut bei der Entwicklung von relationalen Datanbankmanagementsystemen. Weniger gut ist die Firma beim Dokumentieren der eigenen Software - und bei der geeigneten Präsentation dieser Dokumentation im Internet. Ein Stück Dokumentation, das ich auch schon gelegentlich gesucht und nicht gefunden habe, liefert Pierre Forstmann in seinem Blog: die Dokumentation für Statspack. Dass man eine komplexe Dokumentation auch über viele Releases in angemessener Form im Netz präsentieren kann, beweist übrigens Postgres.

Erweiterte pg_stat_statements_reset Funktion in Postgres 12

Auf eine interessante Ergänzung der Funktion pg_stat_statements_reset in Postgres 12 weist Daniel Westermann hin: war es bisher nur möglich, die pg_stat_statements Datenbasis komplett zu löschen, erhält die Funktion in der kommenden Version zusätzliche Parameter, die eine Löschung auf den Ebenen userid, dbid und queryid erlauben. Dadurch wird dann eine bessere Kontrolle der Statistiken zu den im System ablaufenden Queries möglich. Da die pg_stat_statements für mich das zentrale Werkzeug der Performance-Analyse in Postgres darstellt, sind solche (more...)

Verhalten von Index Splits

Wieder mal bin ich spät dran und exzerpiere relevante Artikel, kurz bevor sie aus dem 30-Tage-Korridor meines Blog Aggregators fallen. Und wieder mal ist es der zur Zeit ungeheuer produktive Jonathan Lewis, dessen Beiträge ich zusammenfasse. In den fraglichen Artikel beschäftigt sich der Herr Lewis mit dem Verhalten von "Index Splits", die auftreten, wenn ein neuer Index-Eintrag nicht mehr in den vorgesehenen Block der Index-Struktur passt:

Column Groups und NULL Werte

Bereits vor einigen Wochen hat Jonathan Lewis auf eine Problem hingewiesen, das sich bei Verwendung von Column Groups ergeben kann: wenn der Anteil der NULL-Werte in einer Spalte sehr groß ist, dann ist das für den Optimizer über die NUM_NULLS-Information erkennbar. Da Column Groups intern über eine virtuelle Spalte abgebildet werden, die die Informationen zu den in der Gruppe enthaltenen Spalten zusammenfasst, verliert die NUM_NULLS-Information auf dieser Ebene ihre Aussagekraft, da die Spaltenkombination insgesamt nicht (more...)

Join Cardinality und Histogramme

Jonathan Lewis hat zuletzt eine Artikelserie veröffentlicht, die sich damit beschäftigen, wie sich die Existenz unterschiedlicher Histogramm-Typen auf die Bestimmung der Join-Cardinality auswirkt. Seine Überlegungen basieren dabei auf einem umfangreicheren Artikel von Chinar Aliyev aus dem Jahr 2016. Da der Herr Lewis da natürlich sehr viele Details beleuchtet, verzichte ich weitgehend auf die Zusammenfassung und beschränke mich auf die Erfassung der Links, um die Hoffnung zu erhalten, sie bei Bedarf wiederfinden zu können:

DAX Studio für Microsoft BI

Zwar sind die Zeiten, in denen ich mich mit Microsofts BI-Landschaft intensiver beschäftigt habe, schon lange vorbei, aber sollte ich jemals wieder damit anfangen, dann wäre das DAX Studio sicher ein Werkzeug, das zu berücksichtigen wäre. Vincent Rainardi verweist in seinem zugehörigen Artikel auch auf eine nützliche Liste weiterer BI Tools, die unter https://www.sqlbi.com/tools/ gepflegt wird. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich nach der Abwanderung von Mosha Pasumansky auf eine Weiterentwicklung (more...)

Indizierung von Foreign Keys in Oracle und Postgres

Dass nicht indizierte Foreign Keys in Oracle massive Locking-Probleme hervorrufen können, habe ich vermutlich zum ersten Mal vor mehr als 15 Jahren bei Tom Kyte gelesen (ohne dass ich dazu gerade eine passende Textstelle liefern könnte). Franck Pachot hat jetzt darüber geschrieben, wie das Verhalten unter entsprechenden Bedingungen in Postgres aussieht - eine Frage, die eigentlich auf der Hand liegt, der nachzugehen mir bisher aber noch nicht in den Sinn gekommen war. Das Ergebnis lautet: (more...)

Transport von SQL Patches

Marco Mischke erläutert in seinem Blog, dass "SQL Patches" bei einer Migration mit Hilfe von "data pump" nicht transportiert werden, da sie nicht zum Schema der Applikation gehören. Das Package DBMS_SQLDIAG enthält aber Prozeduren, mit deren Hilfe man die Patches in einer Tabelle ablegen kann, die sich dann ihrerseits mit "data pump" transportieren lässt. Das ist also kein besonderes Hindernis, aber ein Punkt, den man im Rahmen einer Migration im Auge behalten muss.

Performance von lokalen und globalen Indizes partitionierter Tabellen

Richard Foote hat eine neue Artikel-Serie gestartet, in der er sich mit der Performance lokaler und globaler Indizes für partitionierte Tabellen beschäftigt. Da ich auch zu den Leute gehöre, die globale Indizes weitgehend vermeiden, finde ich Argumente, die für die globalen Indizes sprechen, grundsätzlich interessant:

Overhead für Extended Trace im SQL Server

Da ich ein großer Freund des Tracings von Datenbank-Operationen bin, finde ich Untersuchungen wie die von Nenad Noveljic zum Thema "SQL Server Extended Events Trace Overhead" sehr interessant. Im Artikel wird ein Testszenario vorgestellt, das eine relativ zweckfreie Schleife zunächst ohne und dann mit dem Event "sql_batch_completed" gegenüberstellt. Für diese stark CPU-hungrige Operation ergibt sich eine Verlangsamung um ca. 15% nach der Aktivierung des Events: die Laufzeit steigt von 61 auf 74 Sekunden - wobei (more...)

ORA-01723 für DATE-Angaben

Nach langer Zeit mal wieder etwas Selbsterlebtes, das einen Eintrag zu verdienen scheint - wie man eine CTAS-Operation über das nls_date_format torpedieren kann:

SQL> alter session set nls_date_format = 'dd.mm.yyyy hh24:mi:ss';

Session altered.

SQL> create table t as select to_date(null) col1 from dual;
create table t as select to_date(null) col1 from dual
*
ERROR at line 1:
ORA-01723: zero-length columns are not allowed

SQL> alter session set nls_date_format = 'DD-MON-RR';

SQL> create table (more...)