Instanz-Crash bei Latch-Analyse

Stefan Koehler analysiert bei SAP on Oracle eine Situation, in der das manuelle Setzen und Freigeben von Latches über Oradebug zu einem Instanz-Crash führt. Relevanter als das Ergebnis ist für mich die methodische Vorgehensweise bei der Analyse - sollte ich mich mal wieder mit Latches beschäftigen wollen, dann wäre es nützlich, diesen Artikel noch mal intensiver anzuschauen.

Zone Maps in 12c

Nur eine knappe Sammlung von Links zum Thema: Zone Maps sind eine neue Errungenschaft in 12c und stellen eine Index-artige Struktur dar, die es erlaubt, eine Filterung von Blöcken anhand der Definition von Wertebereichen durchzuführen. Dazu sind mir zuletzt mehrere Artikel von Richard Foote und ein Beitrag im Data Warehouse Insider Blog begegnet:

Baselines und Parsing

Jonathan Lewis weist darauf hin, dass Baselines keine große Hilfe sind, wenn es darum geht, den Aufwand beim Parsen komplexer Join-Operationen zu verringern. In seinem Beispiel führt ein Join von acht Tabellen zur Prüfung von 5040 Join-Reihenfolgen - wobei die Einstellung von _optimizer_max_permutations=2000 offenbar ignoriert wird - und das ändert sich auch dann nicht, wenn eine SQL Plan Baseline für die Query erzeugt wird, weil der Optimizer zunächst versucht, einen besseren Plan zu erzeugen, ehe (more...)

ANSI Join Syntax und Prädikatanordnung

Die ANSI-Syntax zur Formulierung von Joins finde ich grundsätzlich deutlich lesbarer als Oracles traditionelle Schreibweise und würde sie vermutlich regelmäßig einsetzen, wenn sie nicht so viele Bugs hervorrufen würde. Einer davon ist gestern in einem OTN-Thread aufgetaucht. Dort hatte sich der Fragesteller darüber gewundert, dass zwei Varianten eines Outer-Joins unterschiedliche Ergebnisse lieferten, je nachdem, ob die ON-Prädikate direkt bei den zugehörigen FROM-Klauseln erschienen, oder getrennt von diesen in einem gemeinsamen abschließenden Block. Mein erster Gedanke (more...)

SQL Plan Directive in 12c

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich bisher nichts über die in 12c eingeführten SQL Plan Directives geschrieben habe, die mir erstmals im White Paper Optimizer with Oracle Database 12c von Maria Colgan begegnet sind. In der Dokumentation wird die SQL Plan Directive folgendermaßen definiert:
A SQL plan directive is additional information and instructions that the optimizer can use to generate a more optimal plan. For example, a SQL plan directive can instruct the optimizer to (more...)

Materialized Views für postgres

Mit Materialized Views hat sich mein erster Blog-Eintrag zu postgres im Jahr 2005 beschäftigt. Erst seit Version 9.3 gibt es reguläre MViews in postgres, aber Craig Kerstiens urteilt knapp: 
The problem with them is they were largely unusable. This was because they 1. Didn’t auto-refresh and 2. When you did refresh them it would lock the table while it ran the refresh making it unreadable during that time.
In 9.4 ist zumindest das (more...)

Import Foreign Schema für Postgres FDW

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle über database links und foreign data wrapper (FDW) geschrieben und mich darüber beklagt, wie unhandlich sich die Einbindung der Objekte unterschiedlicher Datenbanken eines Clusters in einer gemeinsamen Analyse-Datenbank gestaltet, weil man für jede Tabelle eine explizite Definition der Spalten angeben muss, was sich nicht ohne größeren Aufwand automatisieren lässt. In Version 9.5 soll es dafür nun eine Abhilfe geben: Michael Paquier beschreibt das FDW-Kommando (more...)

SQL Profiles, Hints und Optimizer-Transformationen

Die Möglichkeiten des Plan-Managements sind in aktuellen Oracle-Releases bekanntlich recht umfangreich: neben den historischen Stored Outlines gibt es SQL Plan Baselines, SQL Profiles und SQL Patches. Jede dieser Techniken hat ihre Anwendungsbereiche - und ihre Beschränkungen. Franck Pachot beschäftigt sich in seinem jüngsten Artikel mit SQL Profiles und untersucht die Frage, wieso ein Profile für eine einzelne Tabelle mehrere OPT_ESTIMATE Hints enthalten kann (die die Cardinality-Schätzungen des Optimizers modifizieren). Zur Erinnerung noch mal eine (more...)

In-Memory Queries und Joins

Maria Colgan setzt ihre einführende Serie zum Verhalten der In-Memory Features in 12.1.0.2 mit einem Artikel Getting started with Oracle Database In-Memory Part IV - Joins In The IM Column Store fort, in dem sie - man ahnt es vielleicht schon - das Verhalten von Joins zwischen In-Memory-Objekten erläutert. Im Beispiel wird ein Join zwischen einer Faktentabelle und einer Dimensionstabelle durchgespielt, der angesichts fehlender Indizes sinnvollerweise als Hash Join durchgeführt wird. Zur (more...)

Probleme mit Cardinality-Feedback

Dieser Tage hat mir mein Bruder mitgeteilt, dass ich die Wendung "Dieser Tage" zu Einleitungszwecken etwas zu sehr strapaziere.

Dann vielleicht: gestern? Gestern also hat Jonathan Lewis in seinem Blog einen Artikel zum Cardinality-Feedback veröffentlicht, der auf einer Frage basiert, die vor einigen Tagen in Oracle-L aufgeworfen wurde - und bei der es darum ging, dass eine Query, die bei der ersten Ausführung eine angemessene Laufzeit aufwies, bei der zweiten Ausführung sehr langsam wurde, was (more...)

Twitter

Wahrscheinlich ist es den aufmerksameren Lesern bereits aufgefallen, dass ich vor kurzem damit begonnen habe, meine Twitter-Botschaften in diesem Blog einzubinden. Der Hintergrund dafür ist, dass ich nach jahrelangem Grübeln endlich dahinter gekommen bin, was ich auf 140 Zeichen unterbringen kann - nämlich minimal kommentierte Links. Früher habe ich aus so was gelegentlich eine zweizeilige Blog-Notiz gemacht, aber da ich solche Verweise ohnehin gleich wieder vergesse, wenn ich mir nicht ein paar Details dazu notiere, (more...)

Bitmap-Index zur Zeilenzählung

Auf die folgende Idee hat mich Richard Foote mit dem jüngsten Artikel seiner Serie zur Index Advanced Compression gebracht, in dem er erläutert, dass Bitmap-Indizes aufgrund ihrer extremen Komprimierbarkeit weiterhin ihre Bedeutung behalten (ein paar Anmerkungen zur Serie habe ich hier notiert). In einer Tabelle, bei der die exakte Kenntnis der Satzanzahl von extremer Bedeutung ist, könnte man diese Information durch Ergänzung eines Bitmap-Index auf einer Spalte mit konstantem Wert sehr effektiv ermitteln. Dazu ein (more...)

first_rows und first_rows_n

Jonathan Lewis weist in seinem Blog darauf hin, dass die Optimizer-Modi first_rows und first_rows_n deutlich weniger gemein haben, als man vielleicht annehmen könnte. Während first_rows seit langem nur noch aus Gründen der Abwärtskompatibiltät unterstützt wird und diverse Heuristiken benutzt, um die Optionen des Optimizers einzuschränken, arbeiten die first_rows_n-Varianten strikt kostenbasiert, ohne dem Optimizer massiv in die Arbeit zu pfuschen. Tatsächlich gibt es allerdings einen Fall, in dem first_rows_n sich so verhält wie first_rows, nämlich die (more...)

Temp Table Transformation

Randolf Geist erläutert in seinem Blog das Verhalten der Temp Table Transformation, die hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) dann anzutreffen ist, wenn eine CTE im Plan mehrfach referenziert wird und mindestens ein (Filter- oder Join-) Prädikat enthält, und weist insbesondere darauf hin, dass diese Transformation nicht kostenbasiert erfolgt, sondern automatisch. In Fällen, in denen eine zusätzliche Bedingung jenseits des CTE-Kontexts eine dramatische Reduzierung der Ergebnismenge hervorrufen würde, ist diese Materialisierung demnach ausgesprochen kontraproduktiv. Darüber hinaus (more...)

Histogramme, Cardinality und der Optimizer Mode first_rows_100

Eine interessante Antwort auf die Frage nach unplausiblen Cardinalities, die sich trotz frequency histogram ergeben, hat Jonathan Lewis in einem OTN-Forums-Thread gegeben. Der vom Fragesteller gelieferte handliche Testfall zeigte sehr deutlich, dass in seinem System mit 11.2.0.4 für einfache Queries sehr merkwürde Cardinalities ermittelt wurden, obwohl das vorhandene Histogramm die tatsächliche Verteilung exakt abbildete. Diverse Beiträger konnten nur feststellen, dass das Verhalten in ihren Systemen (zwischen 11.2.0.1 und 12. (more...)

Index Reorganisation

Franck Pachot beantwortet in seinem Blog eine Frage, die mir gelegentlich durch den Kopf gegangen ist, ohne dass ich mich ernsthaft um ihre Beantwortung gekümmert hätte: welche Form der Reorganisation eines Index ist unter welchen Voraussetzungen die passendste? Dazu liefert er einen einfachen Testfall, zu dem er die relevanten Statistiken zum Index und zur Ressourcen-Nutzung im Rahmen der Reorganisation beisteuert. Die Ergebnisse lauten ungefähr:
  • COALESCE: eine Online-Operation, die die leaf blocks defragmentiert, aber nicht wieder (more...)

Advanced Index Compression in 12c

Leider schaffe ich es derzeit nicht, mir eigene Gedanken zu machen, so dass ich mich darauf beschränken muss, anderer Leute Ergebnisse zu reproduzieren. Einer der Autoren, bei denen ich das recht gerne mache, ist Richard Foote, der inzwischen wieder sehr regelmäßig neue Artikel schreibt. Zwei davon betreffen die in 12c eingeführte Advanced Index Compression:

Detailsinformationen zu den system statistics

Franck Pachot liefert im dbi services Blog ein nettes Skript zur Analyse der Systemstatistiken, auf denen das Costing des Optimizers basiert. Dabei ergänzt er zu den Basisinformationen aus (SYS.)AUX_STATS$ diverse Angaben zu ihrer Berechnung, die man sich ohne Skript mehr oder minder mühsam zusammensuchen muss.

Optimierung für pg_dump und pg_restore

Josh Berkus erwähnt in seinem Blog einige Optionen, mit denen man die Performance der postgres-Export und Import-Tools pg_dump und pg_restore verbessern kann. Die Liste enthält unter anderem folgende Punkte:
  • Parallelisierung über die -j multiprocess Option (für pg_restore und seit 9.3 auch für pg_dump).
  • Komprimierung des Dumps bei der Erstellung.
  • Deaktivierung der Binär-Replikation im Zielsystem während des Imports.
  • Anpassungen der postgresql.conf des Ziel-Clusters zur Unterstützung einer schnellen Wiederherstellung. Die Wiedergabe der genannten Optionen erspare (more...)

Read Privileg in 12.1.0.2 (ohne Select for Update)

Zu den eher unverständlichen Entscheidungen, die man bei Oracle im Zusammenhang der Definition von Privilegien gemacht hat, gehörte sicherlich die Zuordnung des Rechts zur Ausführung der Operation SELECT FOR UPDATE zum einfachen SELECT-Privileg. Dadurch konnten Benutzer allerlei Unfug anstellen, weil die Operation recht massive Sperren erzeugt. In 12.1.0.2 gibt es jetzt das neue READ-Privileg, das SELECT FOR UPDATE explizit nicht mehr enthält. Den Hinweis auf diese Ergänzung habe ich bei Gary Myers gefunden.